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Überrascht hat der Göttinger SPD-Vorsitzende Tom Stolle die Nachricht aufgenommen, dass sich Bundeskanzler Gerhard Schröder von seinem Amt als Parteivorsitzender zurückziehen will: "Damit haben wir nicht gerechnet. Aber schon das ist ein gutes Zeichen. Wir sind glücklich, wenn die Dinge nicht mehr in epischer Breite diskutiert und im Vorhinein zerredet, sondern gut vorbereitet und entschlossen angepackt werden", so Stolle.

 

Es sei ein Aufbruchssignal, so Stolle, dass nun mit diesem personellen Schritt eine sinnvolle Aufgabenteilung gesucht und gefunden wurde. "Das ist auch ein Schritt, der die Arbeit und die Positionen der Partei in Zukunft deutlicher machen wird", so Stolle, der gerade heute in Berlin zu erreichen war. "Die SPD ist Regierungspartei und wir haben den Willen zu gestalten. Aber Partei und Regierung müssen nicht immer deckungsgleich sein." Das sei nun möglich, ohne immer gleich als Infragestellung der Autorität von Bundeskanzler Gerhard Schröder missverstanden zu werden.

 

Es sei in der Vergangenheit auf oberster Ebene manches nicht gut gelaufen, meint Stolle. Nun erhoffe er sich, dass der Wechsel an der Parteispitze nun von Basis und Bevölkerung als ein Signal der Entschlossenheit, aus der Talsohle herauskommen zu wollen, gesehen werde. Stolle weiter: "Dann ist weder der Bundeskanzler noch die Partei geschwächt. Beide haben Handlungsspielraum dazu gewonnen. Insgesamt bin ich zuversichtlich, dass es jetzt voran geht!" Er hoffe, dass die künftige Doppelbelastung von Partei- und Fraktionsvorsitz nicht weitere Reibungsverluste mit sich bringe. Die SPD müsse nun diese Chance ergreifen und den Blick in die Zukunft richten.



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