|  | Oppermann und Andretta: Schließung ist abwendbar |
|  | |
|  |

SPD-Abgeordnete wollen IWF retten
Deutliche Kritik formulierten die SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Gabriele Andretta und der SPD-Bundestagsabgeordnete Thomas Oppermann an der Entscheidung des Senates der Leibniz-Gemeinschaft, die IWF WISSEN UND MEDIEN gGmbH solle nicht weiter mit öffentlichen Mitteln durch Bund und Länder gefördert werden. Diese Entscheidung sei gefallen, sagten die beiden Abgeordneten nach einem Informationsbesuch beim IWF am Montag, obwohl das zur Evaluation eingesetzte Gutachtergremien das strategische Gesamtkonzept positiv gewürdigt und eine Weiterführung des Instituts empfohlen habe. Oppermann erinnerte daran, dass das IWF am Beginn seiner Ministerzeit 1998 schon einmal geschlossen werden sollte. Damals hatte das IWF die Digitalisierung der Medien verschlafen und war katastrophal bewertet worden. Aufgrund massiver politischer Intervention konnte jedoch auf der Grundlage eines neuen Institutskonzeptes das IWF als Mediendienstleister für Studium und Lehre vor der Schließung bewahrt werden.
In der Folgezeit haben Bund und Land erhebliche Mittel in den Umbau des Instituts am Nonnenstieg und eine moderne Medienausstattung investiert. Wenn jetzt erneut über eine Schließung diskutiert werde, habe dies nach Überzeugung von Oppermann und Andretta nichts mit der sehr guten Qualität des Mediendienstleisters zu tun, sondern sei offenkundig wissenschaftspolitisch begründet. Die Leibniz-Gemeinschaft, die aus 84 Forschungsinstituten und Serviceeinrichtungen in ganz Deutschland bestehe, wolle die Serviceeinrichtungen herausdrängen und allein auf Forschung setzen. Die Abgeordneten halten dieses Konzept für grundverkehrt: „Studium und Lehre sind mehr denn je auf Unterstützung durch Medien angewiesen. Das IWF hat sich erfolgreich vom Filmverleiher zum jederzeit verfügbaren Online-Anbieter entwickelt. Die rasant gewachsenen Nutzerzahlen sprechen eine deutliche Sprache.“
Da die Entscheidung des Leibniz-Senats keine Qualitäts-, sondern eine politische Entscheidung sei, könne sie nach Auffassung der SPD-Abgeordneten auch politisch korrigiert werden. Über die Empfehlung des Leibniz-Senats entscheide die Bund-Länder-Kommission. Oppermann und Andretta: „Eine Schließung ist abwendbar, wenn eine Mehrheit der Bundesländer und die Bundesregierung in der Bund-Länder-Kommission dagegen stimmt.“
Die SPD-Abgeordneten haben bereits Gespräche mit CDU-Wissenschaftsminister Stratmann (am kommenden Freitag im Landtag) und CDU-Forschungsministerin Schavan (nächste Woche im Bundestag) initiiert und rufen zu einer breiten Unterstützung für das IWF auf. Die Abgeordneten: „Es geht um über 60 hoch qualifizierte Jobs in Göttingen, einen Umsatz von 4,4 Mio. Euro und um hochwertige Mediendienstleistungen für Studium und Lehre.“ Oppermann und Andretta hoffen darauf, dass Minister Stratmann mit hohem persönlichen Einsatz für den Wissenschaftsstandort Göttingen und Niedersachsen kämpfe, denn der Verlust des IWF wäre ein schwerer Rückschlag für das Land.
