|  | Behinderte Jugendliche - Opfer der verfehlten Geschäftspolitik des Arbeitsamtes Göttingen? |
|  | |
|  |

Laut Bundesanstalt für Arbeit stehen den Arbeitsämtern im Herbst dieses Jahres für benachteiligte und behinderte Jugendliche genau so viel Finanzmittel zur Verfügung wie im letzten Jahr. Das Arbeitsamt Göttingen aber hat die Fördermaßnahmen für Jugendliche mit Lern- oder anderen Behinderungen deutlich reduziert. Neue Maßnahmen wurden nicht bewilligt. Gestrichen wurden 40 außerbetriebliche und 20 betriebliche Ausbildungsstellen, 40 Plätze in Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen sowie alle Lehrgänge und Ausbildungen, die in Berufsbildungswerken durchgeführt werden. Für die betroffenen Jugendlichen bleiben nur der direkte Weg in einen Job oder eine Ausbildung – oder sie bleiben arbeitslos zurück.
„Angesichts der schwierigen Situation auf dem Arbeits- und Ausbildungsstellenmarkt werden aber nur wenige dieser Jugendlichen den direkten Weg in einen Job oder eine Ausbildung finden. Wenn schon die nichtbehinderten Jugendlichen keinen Ausbildungsplatz finden, wie soll das für benachteiligte Zielgruppen gelingen?“, so Uwe Friebe. Als Mitglied des Arbeitskreises Jugend und Soziales der SPD fordert er das Arbeitsamt Göttingen deshalb auf, Maßnahmeplätze für Jugendliche mit Lern- oder anderen Behinderungen wie im Vorjahr zur Verfügung zu stellen. Zuschüsse an Arbeitgeber zur Förderung der beruflichen Integration von behinderten Jugendliche allein reichen nicht aus, so seine Erläuterung. Hans Schormann, ebenfalls Mitglied im Arbeitskreis, betont: „Behinderte Jugendliche dürfen nicht Opfer einer verfehlten Geschäftspolitik des Arbeitsamtes Göttingen werden.“
Die SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Gabriele Andretta wertet es als Skandal: "Kompetente Maßnahmeträger müssen ihr qualifiziertes Personal entlassen, vorhandene gut ausgebaute Werkstattkapazitäten sowohl bei IFAS, bei Arbeit und Leben, bei der Prager Schule, der Kreishandwerkerschaft als auch bei Stadt Göttingen müssen geschlossen werden, obwohl der dringende Bedarf bei den behinderten Jugendlichen besteht.“ Von der Leitung des Arbeitsamtes Göttingen erwarte der SPD-Stadtverband Göttingen kurzfristig Lösungsvorschläge – noch vor dem Schuljahresbeginn im August 2003.
