|  | Kein „Turbo-Abitur“ an Gesamtschulen! |
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Beschluss der Delegiertenversammlung des SPD-Stadtverbands vom 20.03.2009
Beschluss zur Schulentwicklung in Niedersachsen
Zur Weiterleitung an:
- SPD-Landtagsfraktion
- SPD-Bezirksvorstand
- SPD-Landesparteitag und Landesvorstand
Kein „Turbo-Abitur“ an Gesamtschulen!
Wir fordern die SPD-Landtagsfraktion und alle anderen SPD-Gliederungen auf, sich mit großem Nachdruck dafür einzusetzen, dass das so genannte Turbo-Abitur an Gesamtschulen nicht eingeführt wird.
Begründung:
SozialdemokratInnen verbinden mit der gemeinsamen Schule für alle Kinder eine auf eine solidarische Gesellschaft zielende Schulform. In diesem Sinne arbeiten die Gesamtschulen in Niedersachsen erfolgreich, einige von ihnen schon seit Jahrzehnten.
Die Einführung des Abiturs nach 8 Jahren („Turbo-Abitur“) auch an Gesamtschulen wird den Grundgedanken einer solchen Schulform zerstören. Das gemeinsame Lernen aller SchülerInnen wird unmöglich, denn die spezielle Förderung derer, die das Abitur anstreben, verlangt unweigerlich tief greifende äußere Differenzierungsmaßnahmen.
Lernen ohne Angst, bei dem die schwächeren Schülerinnen und Schüler sich an den stärkeren orientieren können, wird unter den Bedingungen des Turbo-Abiturs nicht mehr realisierbar. Für die leistungsstärkeren Schülerinnen und Schüler wird der Zeitfaktor für ihre Lernaktivitäten bestimmend, die anderen werden abgehängt – wie sonst im dreigliedrigen Schul(un)wesen.
Mit der Einführung des Turbo-Abiturs an Gesamtschulen hätten die konservativen Kräfte im Lande erreicht, woran sie seit über dreißig Jahren interessiert sind: die Zerschlagung einer erfolgreich arbeitenden Schulform, die von immer mehr SchülerInnen und Eltern angewählt wird.
