
von Martin Koch, Geschäftsführer des SPD-Stadtverbands
Falls jemand von Euch die nächste Zeit was Tolles erleben will - ich war jetzt schon dreimal im Jungen Theater und habe „Die Möwe“, „Der Hässliche“ und „norway.today“ gesehen.
„Die Möwe“ passt überraschend wenig in den etablierten Stil des Jungen Theaters, ist aber sehr mutig und interessant inszeniert. Besonders überzeugte mich die Darbietung der Schauspielerin Agnes Giese, aber auch viele andere aus dem Team von Intendant Andreas Döring zeigen, was sie drauf haben. „Die Möwe“ ist genau das richtige für Kulturjunkies.
„Der Hässliche“, in dem es um den Jobfaktor Schönheit und – selbstverständlich - um die Frage nach dem Wert des Menschen geht, fand ich richtig super. „Der Hässliche“ ist im Gegensatz zu „Die Möwe“ auch ein Einsteigerstück, das Laune auf den gesamten Rest der noch jungen Spielzeit im Jungen Theater macht.
Bei „norway.today“ geht es um zwei Jugendliche, die sich im Internet-Chat zum Selbstmord verabreden und an einem norwegischen Fjord ein Ende finden wollen. Individuell wäre der Mut nicht groß genug, gemeinsam bietet sich natürlich noch eine Menge Gesprächsstoff. Auf der Klippe des Fjords, 600 Meter über dem eisigen Meer, findet sich endlich Frischluft, um durchzuatmen, über den Sinn des Lebens sowie den Sinn des Todes zu diskutieren, sich erstmals seit langer Zeit von Angesicht zu Angesicht zu streiten und in einer faszinierenden Art zu neuen Gedanken zu kommen. Das gefeierte 2-Personen-Theaterstück ist auch in Göttingen super gelungen!
Also: Empfehlung für alle drei Stücke, besonders aber für „Der Hässliche“ und „norway.today“.
