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nach.gefragt bei Udo Wichmann


In dieser Rubrik stellen wir Göttingerinnen und Göttinger vor, mit denen der SPD-Stadtverband zusammenarbeitet. Mal kennen wir die Personen über die Politik, mal über gemeinsame Veranstaltungen oder einen inhaltlichen Austausch. Es sind Fachleute, auf deren Einschätzung wir setzen.

 

Diesmal: Fahrlehrer Udo Wichmann zum „Führerschein mit 17".

 

Durch den „Führerschein mit 17" hat das Land Niedersachsen im Jahr 2004 - als erstes Bundesland - einen Schritt in die richtige Richtung getan. Wie es im Leben so ist: Erfahrung kann durch nichts ersetzt werden. 18- bis 25 jährige bilden einen Bevölkerungsanteil von 8 %, verursachen aber etwa 33 % aller Unfälle. Für eine Steigerung der Fahrsicherheit dieser Altersgruppe kann nicht zuviel getan werden. In der Fahrschule erwerben Fahranfänger eine durchschnittliche Fahrerfahrung von 500-700 Kilometern. Der Führerschein mit 17 gibt den Jugendlichen eine weitere Fahrpraxis von 3500-5000 Kilometern, bevor es dann mit Freunden und jugend-typischem Fahrverhalten ohne Begleitung in den Straßenverkehr geht.

 

Eltern können darüber hinaus entscheidend zur Sicherheit ihrer Kinder beitragen, indem sie an den Erwerb des Führerscheins noch ein Fahrsicherheitstraining anhängen. Hier können die Grenzen des Fahrzeugs sowie auch die eigenen Grenzen erfahren werden, ohne dass der Fahranfänger im Graben oder gar vor einem Baum landet. Die Kehrseite der Medaille des „Führerscheins mit 17" ist jedoch der automatische zusätzliche Erwerb der Fahrerlaubnisklasse M (Roller: 45 km/h bei 50 ccm Hubraum). Seitdem es den Führerschein mit 17 gibt, sind die Unfallzahlen in diesem Bereich drastisch angestiegen, da nunmehr die Fahranfänger ohne jegliche Vorkenntnisse mit einem motorisierten Zweirad aktiv am Straßenverkehr teilnehmen können. Sicherheitstrainings werden für fast alle Fahrzeugarten angeboten und auch wahrgenommen - mit Ausnahme der Fahrerlaubnisklasse M: Hier gibt es im Prinzip keine Nachfrage für Fahrsicherheitstrainings, wobei diese gerade hier dringend benötigt werden.

 

Aus meiner Sicht als Fahrlehrer und Fahrsicherheitstrainer ist es sehr gefährlich, ohne Vorkenntnisse mit einem motorisierten Zweirad am Straßenverkehr teilzunehmen. Hinzu kommt, dass diese Fahrzeuge häufig „frisiert" werden (zur Leistungssteigerung) und weder Fahrwerk noch Bremsen oder Bereifung für höhere Geschwindigkeiten geeignet sind.

 

Eine Lösung wäre es, wenn auf freiwilliger Basis einige Fahrstunden genommen würden, um die notwendigen Kenntnisse zu erlangen, oder aber der Gesetzgeber die Fahrerlaubnis der Klasse M ausklammern würde.

 

Link: www.fahrschule-udo-wichmann.de



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