|  | Kampagne "Eintrittskarte Zukunft" gestartet |
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Liebe Genossinnen und Genossen,
Armut hat ein Kindergesicht – auch in Göttingen. Jedes fünfte Kind in unserer Stadt wächst in Armut auf. Oft leben diese Kinder in sozial schwierigen Wohnquartieren, bleiben ohne gute Schulbildung und können nicht mithalten, wenn teure Lernmittel angeschafft werden müssen oder ihre Mitschüler auf Klassenfahrt gehen. Damit dürfen wir uns nicht abfinden. Arme Kinder haben arme Eltern, deshalb brauchen wir die Sicherung eines ausreichenden Familieneinkommens durch Mindestlöhne und mehr Beschäftigung. Kinder brauchen eine bessere Grundsicherung (d.h. endlich einen höheren Hartz IV Regelsatz), aber sie brauchen vor allem bessere Bildungschancen.
Und diese werden ihnen von der CDU-Landesregierung verwehrt: Kürzungen bei der Sprachförderung, Abschaffung der Lernmittelfreiheit, zu große Klassen, zu wenig echte Ganztagsschulen und das Festhalten an einem gegliederten Schulsystem, das vielen Kindern durch frühes Sortieren die Zukunft verbaut. Jetzt plant die Landesregierung sogar einen Angriff auf die zweite Chance, denn das Nachholen des Hauptschulabschlusses an den BBSen soll erschwert werden.
Kein Wunder, dass in Niedersachsen zehntausende Schüler und Schülerinnen gegen diese Bildungspolitik auf die Strasse gegangen sind. Die Jugendlichen lassen sich große Klassen, zu wenig Lehrkräfte und die völlig unausgegorenen Konzepte für das Abitur nach acht Jahren nicht mehr bieten. Sie fordern mehr Lehrer, mehr Gesamtschulen und die Abschaffung der Studiengebühren. Die SPD Landtagsfraktion wird diesen Protest auch weiter unterstützen. In dem von uns eingebrachten Haushalt 2009 stehen Investitionen in Bildung an erster Stelle. Im Oktober haben wir die Kampagne „Eintrittskarte Zukunft“ (http://www.eintrittskarte-zukunft.de) gestartet, die überall im Land zeigen soll, dass die SPD für gleiche Bildungschancen streitet. Bitte macht mit, nur gemeinsam können wir was bewegen.
Sonst wird es auch in Zukunft so bleiben, dass für Banken in Not sofort hunderte von Milliarden mobilisiert wurden, Kinder in Not dagegen mit warmen Worten abgespeist werden. Noch nicht einmal auf die Bezahlung des Schulmittagessens für arme Kinder konnten sich Bund und Länder auf dem Bildungsgipfel einigen – was für ein Armutszeugnis für die von Merkel ausgerufene Bildungsrepublik!
Dass es auch anders geht, zeigt die SPD im Rat der Stadt. Investitionen in Kinder standen hier schon immer an erster Stelle. Göttingen ist bundesweit Spitzenreiter bei Krippenplätzen und im Kita-Angebot, die Mahlzeiten armer Kinder werden bezuschusst und die Stadt hilft beim Schulstart. Zukünftig will die Stadt für arme Kinder und Jugendliche auch den Beitrag für einen Sportverein zahlen. Denn für die SPD gilt: kein Kind darf ausgeschlossen werden. Vielleicht sollten Berlin und Hannover öfters mal nach Göttingen schauen: Auch bei uns leben arme Kinder, aber wir tun was dagegen!
Jetzt steht erst mal Weihnachten vor der Tür und wir freuen uns alle auf ein paar ruhige Tage mit unseren Freunden und Angehörigen. Ich wünsche euch und euren Familien eine schöne Weihnachtszeit und ein friedliches Jahr 2009. Herzlichst!
Eure Gabi Andretta
