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Dem Kulturzentrum Apex droht die Schließung


Bremslichter tauchen im Nebel der Finanzierbarkeit eines der besten Göttinger Kulturzentren auf. Das Apex, seit knapp 40 Jahren in der soziokulturellen Szene Göttingens verankert und als Veranstaltungsort mit etwa 180 Terminen im Jahr kaum aus der Kulturlandschaft wegzudenken, läuft seit Jahren einem strukturellen Defizit hinterher. Nun scheint es so, als müsse noch in diesem Juni über eine Insolvenz der Einrichtung beschlossen werden. Im Jahr 2003 noch aufwändig restauriert, ist die Kulturstätte in der Burgstraße mit 20.000 EUR jährlichem Defizit fast am Ende.

 

Die Stadt, der Landschaftsverband Südniedersachsen und ein Sponsorenpool waren die ersten Adressen für einen Hilferuf, können aber nicht. Eine gute Nachricht gibt es dennoch: Die Zusagen für die Finanzierung des kommenden Jahres wurden allseits bekräftigt. Um das Defizit zu beseitigen, muss der Sponsorenpool vergrößert werden. Die SPD-Kreistagsfraktion kämpft für eine Erhöhung der Kreiszuschüsse - die schwarz-grüne Mehrheit gibt sich offener als erwartet. Sollte der Kreistag einen ordentlichen Betrag zur Verfügung stehen, steigen die Chancen, dass im Neuen Rathaus die Restsumme gesammelt werden kann.

 

Der SPD-Stadtverbandsvorstand hat sich wie die SPD-Ratsfraktion mit den VertreterInnen des Apex getroffen. Einige Sozialdemokraten arbeiten an der Gewinnung weiterer Zuschussgeber, um auch in die Zukunft blicken zu können. Die Jusos besuchten mit klarer Zielrichtung die Ausstellung „Complete Control", die nicht nur staatliche Überwachung, sondern auch Selbstüberwachung und -Kontrolle thematisierte und zu den besten politischen Ausstellungen Göttingens in der letzten Zeit gehörte. Veranstaltungen der Jusos finden bis auf weiteres im Apex statt. Bleibt zu hoffen, dass sich die anderen Parteien und Verbände ebenfalls in die Rettung einbringen, bevor es zu spät ist.

 

Die Göttinger Kulturszene gerät wieder richtig ins Schwärmen für die oftmals nur halbherzig gepflegte Kultur-Adresse. Zahlreiche Gruppen und Kulturschaffende solidarisieren sich mit dem Apex und bieten eigene Projekte an, um Geld zu sammeln. Danach muss ernsthaft über eine Neustrukturierung der Idee „Kneipe finanziert Kultur" nachgedacht werden - eine Idee, die lange gut ging, jetzt aber nicht mehr zieht. Die SPD ist dabei und hofft auf gute Nachrichten! (mb)



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