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Zwei Mitglieder der Göttinger Sozialdemokratie sind posthum vom Staat Israel mit dem Titel „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet worden. Ihre Namen finden sich nun im Garten der Gerechten in Yad Vashem.

 

Dieser höchste Ehrentitel Israels wird an jene verliehen, die sich während der Zeit des Holocausts unter Einsatz ihres eigenen Lebens für jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger eingesetzt haben.

Insgesamt sind über 20.000 Bürgerinnen und Bürger Europas mit dem Titel „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet worden, davon kommen aber nur 410 aus Deutschland. Der Verleihung dieses Titels an Meta Kamp-Steinmann und Hedwig Gerke kommt also besondere Bedeutung zu. In Göttingen wurde im Jahr 2001 bereits Konrad Ziegler – ebenfalls Sozialdemokrat – auf diese Weise geehrt.

Bekannte weitere Träger des Titels sind unter anderem Oskar Schindler, Zirkusdirektor Althoff und der Dichter Armin T. Wegner.

In einem unbewachten Augenblick

Im letzten Moment, als die Gestapo noch den Keller ihrer Eltern durchwühlte, konnte die junge Jüdin Marianne Ellenbogen fliehen und so der Deportation entgehen. Sie lebte fortan im Untergrund, immer in der Gefahr entdeckt zu werden.

Dabei unterstützt wurde sie von einem sozialistischen „Bund“ der sie versteckte und dem auch Meta Kamp-Steinmann und Hedwig Gerke angehörten. Beide gewährten ihr in Göttingen Unterschlupf und retteten sie so vor dem sicheren Tod.

Den Namenslosen einen Namen geben

Nachdem die Mitglieder des „Bundes“ in der israelischen Botschaft in Berlin geehrt worden waren, wollte auch die Göttinger SPD an ihre Mitglieder erinnern. In Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung und den Angehörigen wurde eine Gedenkstunde organisiert. Vor einem vollen Rathaussaal sprachen Gabi Andretta, Harald Jüttner (Jüdische Gemeinde) und Bettina Kratz-Ritter (Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit).

Egmont Eckhard (FES) las aus den Erinnerungen von Meta Kamp-Steinmann und dem Buch des Historikers Mark Roseman; Helga Grebing hielt einen einordnenden historischen Vortrag. Mehr als ein Dutzend engster Verwandter war anwesend, um mit uns zu gedenken.

Wir sind stolz darauf, jene Frauen in unseren Reihen zu wissen, die der Humanität verbunden blieben und menschlich handelten, als Millionen von Deutschen das Unrecht an ihren jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern schweigend hinnahmen.

Hedwig Gerke und Meta Kamp-Steinmann verdienen auch bei uns, nicht nur in Yad Vashem, einen dauerhaften Ehrenplatz. Die Göttinger Sozialdemokratie verneigt sich in tiefem Respekt vor diesen tapferen Frauen.



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